Die Jungfrau in Gefahr

Die Jungfrau in Gefahr, Ansichtskarte um 1900

Die Ansichtskarte „Die Jungfrau in Gefahr“ erschien um 1900. Es war die Zeit, als viele Schweizer Bergregionen mit Bahnen „erobert“ wurden und dadurch das Bergsteigen viel von seinem ehemaligen Glanz verlor. Der Bergbahnboom verunsicherte zudem weite Kreise von Natur- und Landschaftsschützern, die sich damals zu formieren begannen. Vielerorts wurden Vereinigungen gegründet, um das befürchtete Überborden der Technik in der Alpenwelt zu verhinden. An vorderster Front kämpfte der 1905 gegründete Schweizer Heimatschutz gegen den Bergbahnbau (und den masslosen Bau von Grosshotels).

Das Projekt zur Erschliessung des Jungfraugipfels wurde den Bundesbehören im Jahr 1889 erstmals unterbreitet. Nach eingehenden Abklärungen, unter anderem auch von medizinischen Fragen, begannen die Bauarbeiten auf der Kleinen Scheidegg im Sommer 1896. Nach einer von immensem menschlichen, technischen und finanziellen Problemen begleiteten Bauphase wurde der Bahnbau am 1. August 1912 mit der Eröffnung der Station Jungfraujoch abgeschlossen, der ursprünglich geplante und konzessionierte Weiterbau zum Gipfel unterblieb definitiv.

(weitere Informationen zur Bergbahnflut der 1890er-Jahre und die dadurch provozierten Gegenreaktionen in: Flückiger-Seiler Roland. Berghotels zwischen Alpweide und Gipfelkreuz. Baden 2015. S. 111-120)