L’hôtel Masson à Veytaux-Montreux (1829)

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Das Hotel Masson in Veytaux-Chillon bei Montreux wurde 1829 von Jean François Masson erbaut und gilt als eine der ältesten Pensionen in Montreux und damit als wichtiger Bauzeuge für die frühe Hotelgeschichte am Ufer des Genfersees. Das typische  Winzerhaus mit Weinkeller war flankiert von einem dazu gehörenden Keltergebäude. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist das Haus in Notariatsakten als Hotel dokumentiert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die ehemals bescheidene Pension mehrmals umgebaut und erweitert. So kam 1861, drei Jahrzehnte vor der Verbreitung des elektrischen Lichts, mit einem hangseitigen Erweiterungsbau der imposante innere Lichthof mit Treppenanlage hinzu. In den späten 1870er-Jahren verschönerte die neue Eigentümerin der zweiten Generation das Haus mit neuen Balkonen und Veranden, ganz im Sinne der damaligen Entwicklung im Hotelbau. Bis in die 1930er-Jahre blieb das Gebäude von grossen Weinbergen umgeben, heute weist noch ein grosser Garten mit Obstbäumen auf die ursprüngliche Umgebung hin.

Die Nähe zum Schloss Chillon und die ruhige Lage lockten schon sehr früh englische und deutsche Touristen ins Hotel Masson, wovon die Gästelisten erzählen. 1868 weilte beispielsweise der französische Historiker Jules Michelet während mehreren Wochen im Hotel Masson, als er den Schriftsteller Edgar Quinet besuchte.

Das Hotel blieb bis ins frühe 20. Jahrhundert im Besitz der Familie Masson: Von 1873 bis 1906 führte Elise (1818-1898), die Tochter von Jean François Masson, und später deren Gatte Charles Albert Rolli (1834-1906) das erfolgreich Haus. Nach ihren Erben wechselten die Besitzer mehrmals: Jean Baptiste Genelin (1913), Marthe Spalinger (1925) und Charles Frederic Baer (1930) folgten in kürzerer Zeit, bis das Hotel schliesslich 1947 in den Besitz von René Jaquier kam, dem Vater der heutigen Hotelière. Trotz den beiden Weltkriegen und den damit verbundenen Krisen in der Schweizer Hotellerie blieb das Haus stets für Gäste geöffnet. Die heutigen Besitzer widerstanden auch der staatlich subventionierten Erneuerungswelle der Nachkriegszeit. Dadurch gelang es ihnen, das Hotel in seiner historischen Pracht zu erhalten, mitsamt den knarrenden Parkettböden und den originalen Stilmöbeln. Das Hotel Masson erhielt deshalb 1998 von ICOMOS Schweiz (Internationaler Rat für Denkmalpflege, Sektion Schweiz) für die vorbildliche Erhaltung der Originalsubstanz eine „Besondere Auszeichnung“ und ist seit der Gründung der Vereinigung Swiss Historic Hotels 2004 dort Mitglied.